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Meinungen, Berichte und Beiträge von Dritten
Erfolg durch "Networking"
Nicht nur Ihre persönlichen Fähigkeiten sind wichtig für
Ihren beruflichen und privaten Erfolg. Die Qualität des Sie umgebenden
Netzwerkes ist mindestens ebenso entscheidend.
Ein schöner Leitgedanke stammt von dem Amerikaner Jim Rohn: „Ihr
Einkommen, Ihre Einstellung, Ihr Lebensstil wird dem Durchschnitt der
Einkommen, der Lebenseinstellungen, der Lebensstile der fünf Personen
entsprechen, mit denen Sie am häufigsten zusammen sind". Nach
kurzem Nachdenken erschließt sich die Relevanz des Gedankens und
wir fragen uns, ob wir uns mit den richtigen Menschen umgeben.
Berufliche und persönliche Weiterentwicklung gelingt uns immer dann
am besten, wenn wir entsprechende Vorbilder haben, also Menschen, die
beruflich oder gesellschaftlich auf einer höheren Stufe der Erfolgsleiter
stehen als wir selbst, die uns ein Ziel vorleben. Das funktioniert über
die Distanz ganz gut, wesentlich besser ist es aber, wenn sich die Vorbildperson
in unserem Kreis aufhält (oder wir uns in dem ihrem). Dies verbessert
ganz erheblich den Informationsfluss in unsere Richtung. Außerdem
öffnet uns der Kontakt zu einflussreicheren Menschen die eine oder
andere Türe. Die Kunst, sich mit den richtigen Menschen zu umgeben
und von diesen bei Bedarf auch Rat und Unterstützung zu erhalten,
nennt man „Networking".
Energie und Zeit in Beziehungen zu den „richtigen" Menschen
zu investieren, zahlt sich aus. Da man gewöhnlich nicht weiß,
wann man sein Netzwerk benötigt, sollte man es so früh als möglich
aufbauen. Erfolgreiches Networking wird mittlerweile sogar in amerikanischen
Business-Schulen gelehrt. Der Aufbau eines gut funktionierendes Beziehungsnetzwerkes
innerhalb und außerhalb der Firma ist besonders wichtig für
Einzelkämpfer, Selbstständige und Berufseinsteiger. Schätzungsweise
die Hälfte der zu vergebenden Stellen in Deutschland wird übrigens
nicht ausgeschrieben, sondern an Netzwerk-Kontakte vergeben.
Ein Netzwerk hat neben der möglichen sozialen Komponente zwei Ziele:
direkte Unterstützung durch die Personen innerhalb des Netzwerkes
(der Chefarzt, den Sie kennen, behandelt Sie bevorzugt) sowie neue Kontakte
zu bekommen (der Chefarzt, den Sie kennen, empfiehlt Sie zum Beispiel
einem befreundeten Banker für eine Kreditvergabe).
Networking ist eine hohe Kunst und keineswegs mit "Einschleimerei"
zu verwechseln. Der gute Networker gibt dem Netzwerk sehr viel zurück.
Täte er dies nicht, würde er sich nicht in seinem Netzwerk halten
können. Networking ist ein Geben und Nehmen und beruht auf gegenseitiger
Unterstützung und Wertschätzung. Es dient dem Erreichen gemeinsamer
Ziele wie beruflichem oder persönlichem Weiterkommen, Informationsbeschaffung,
Erfahrungsaustausch oder auch dem gemeinsamen Einkauf von Gütern
oder Dienstleistungen.
Falls Sie kein eigenes Netzwerk gründen möchten, können
Sie in bestehende einsteigen. Einige Organisationen haben sich dem Networking
mehr oder weniger explizit verschrieben wie zum Beispiel www.round-table.de,
www.fulbright.de, www.lions.de, www.rotary.de, www.cap-up.de, www.xing.com,
www.bju.de , www.manager-lounge.com, www.wjd.de, www.airportclub.de. Einige
dieser Vereinigungen, wie der renommierte Frankfurter Airport Club oder
die Rotarier, wählen neue Mitglieder allerdings sehr gezielt aus.
Im Folgenden werden die Grundlagen jedes erfolgreichen Networkings beschrieben.
- Wissen, was Sie wollen!
Sie müssen wissen, warum und wofür Sie netzwerken. Definieren
Sie zunächst Ihre privaten und beruflichen Ziele, Ihre Lücken
und Ihre mögliche Rolle im Netzwerk. Dann wird Ihnen klar, mit welchen
Menschen Sie zusammen sein sollten, um diese Ziele zu erreichen.
- Sammeln Sie Kontakte - immer!
Ein gutes Netzwerk ist meist ein großes Netzwerk und besteht aus
möglichst einflussreichen Personen, zu denen Sie einen möglichst
guten Kontakt haben. Sammeln Sie also Namen von Personen, die Ihnen nützlich
sein können und welchen Sie umgekehrt nutzen können. Entnehmen
Sie geeignete Namen Teilnehmerlisten von Kongressen die Sie besuchen.
Lesen Sie Fach- oder Publikumspresse oder Geschäftberichte, um an
Namen zu kommen. Sie können an der Supermarktkasse Kontakt knüpfen,
beim Frisör, in jeglichen Wartezimmern, beim Elternabend, bei geschäftlichen
Zusammenkünften. Fragen Sie Ihre Familie, Bekannten oder ehemalige
Arbeitskollenen (zu denen Sie den Kontakt nicht verlieren sollten) nach
nützlichen Kontakten und bauen Sie ggf. Beziehungen auf zu anderen
Firmen in Ihrem Bürogebäude. Bleiben Sie bei einer Zusammenkunft
nicht zu lange bei einem Gesprächspartner hängen, es gilt, weitere
Leute kennenzulernen. Lassen Sie sich immer die Visitenkarten Ihrer neuen
Kontakte geben. Networking ist eine Dauerbeschäftigung, die Initiative
und Kontinuität erfordert, Zeit zum Vertrauensaufbau benötigt
und die denen, die sie mit leichter Hand ausführen auch Vergnügen
bereitet.
- Nichts geht ohne eine positive Einstellung!
Ein schlecht gelaunter Griesgram, ein Nörgler, ein Pessimist, ein
unhöflicher, unsympathischer Mensch hält sich nicht lange in
einem Netzwerk. Wir umgeben uns lieber mit Menschen, die uns etwas geben,
und sei es das angenehme Gefühl ihrer Anwesenheit. Dann funktioniert
auch ein Netzwerk: man wird gerne mit Ihnen zu tun haben, Ihnen gerne
Empfehlungen geben und Kontakte vermitteln, mit Ihnen gerne arbeiten.
Ihre frustrierenden Lebenserfahrungen sollten Sie für sich behalten.
Jammern Sie nicht herum, drängen Sie sich nicht auf, machen Sie keine
falschen Angaben über sich. Ragen Sie statt dessen durch Ihr angenehmes
Verhalten aus der Masse heraus und tun Sie Überraschendes: Bedanken
Sie sich zum Beispiel für Unterstützung und Empfehlungen.
Wer Ihnen einen wichtigen Kontakt vermittelt, setzt seine Reputation
bei diesem Kontakt auf's Spiel. Gute Kontakte gibt man nur vertrauenswürdigen
Menschen. Zeigen Sie sich würdig des Vertrauens, welches Ihnen jemand
entgegenbringt, der Ihnen einen Kontakt vermittelt, an den ansonsten schwer
heranzukommen wäre und behandeln Sie diesen Kontakt sorgsam. Nehmen
Sie diesen Kontakt auf und melden Sie dies zurück an den Namensgeber.
Unterlassen Sie dies, wird Ihr Informant das Interesse an weiteren Empfehlungen
verlieren.
Zeigen Sie Motivation und Enthusiasmus Ihren Netzwerkkontakten gegenüber,
denn wer unterstützt schon gerne gelangweilte Leute? Ihr Erfolg als
Netzwerker hängt auch von Ihrer Fähigkeit ab, zu kommunizieren
(auch Small-Talk zu betreiben) und zuzuhöhren. Wirklich gutes Kommunizieren
und insbesondere Zuhöhren wird selten beherrscht (üben Sie es,
hier können Sie wirklich punkten), ist aber unabdingbar um Informationen
zu bekommen und, wichtiger noch, dem Gesprächspartner Aufmerksamkeit
und Respekt zu erweisen.
Stärken Sie Ihr Netzwerk, indem Sie Leute zusammenbringen, die sich
nicht kennen, aber voneinander profitieren können. Tragen Sie nicht
nur Ihre eigenen Visitenkarten ständig bei sich, sondern auch die
von Leuten, welche Sie weiterempfehlen möchten.
Wie Eingangs erwähnt, haben Sie innerhalb des Netzwerkes auch eine
Funktion, und diese hält Sie in dem Netzwerk: Helfen Sie, unterstützen
Sie, geben Sie Informationen weiter, vernetzen Sie. Richten Sie zum Beispiel
jemandem den Computer ein, helfen Sie bei der Informationssuche, senden
Sie relevante Zeitungsartikel an Leute, die diese gebrauchen können.
Halten Sie die Augen offen für Gelegenheiten, die Ihrem Netzwerk
nützlich sein können. Und das aus einem ehrlichen Interesse
heraus, denn reiner Opportunismus und Oberflächlichkeit wird schnell
offensichtlich. Geben Sie, ehe Sie nehmen. Und halten Sie Ihre Versprechen
ein.
- Ragen Sie heraus!
Wer Sie sind und wie Sie wahrgenommen werden, beeinflusst sich wechselseitig.
Es hilft Ihrem Networking-Erfolg, wenn Sie ein aussergewöhnlicher
und interessanter Mensch sind. "Seien Sie aussergewöhnlich und
interessant," ist natürlich eine schwer zu realisierende Empfehlung,
hier dennoch einige Hinweise: Finden Sie Ihren persönlichen Stil
bei Kleidung, Äusserem, Sprache, Verhalten, der sich - möglichst
angenehm, aber zielgruppenaffin - von der Masse abhebt. Füllen Sie
das Äussere mit Inhalt, der Sie in die Lage versetzt, eine interessante
Konversation zu führen. Möglichst aktuelles Wissen aus einer
Bandbreite von relevanten Quellen (FAZ statt “Bild”...) hilft
hier. Engagieren Sie sich in wohltätigen Aktivitäten, suchen
Sie die Öffentlichkeit.
- Keine Angst, Fragen zu stellen!
"Große Tiere" sind weniger abweisend als weithin angenommen.
Treffen Sie den Vostandsvorsitzenden einer Firma, mit der Sie immer schon
einmal Kontakt aufnehmen wollten, sprechen Sie ihn an. Leute mit Geld
und Einfluss kennen die Notwendigkeit und die Regeln des kontinuierlichen
Networking. Überlegen Sie sich vorher, wie Sie sich einem neuen Netzwerkkontakt
vorstellen, so dass dieser zügig und ohne Phrasen versteht, wer Sie
sind und welchen Nutzen Sie (und er) haben könnten. Stellen Sie gezielte
Fragen - Zeit ist schließlich Geld.
- Bleiben Sie dran!
In einem Netzwerk zu sein, bedeutet präsent zu sein. Vermeiden Sie,
in Vergessenheit zu geraten, denn das ist fatal. 80 Prozent der Netzwerkarbeit
bestehen darin, in Verbindung zu bleiben. Dazu reicht ein kurzer Anruf
oder ein E-Mail. Einen Anlass braucht es nicht, aber Geburtstage oder
dergleichen sind gute Gelegenheiten. Vermeiden Sie es zum Beispiel, mittags
alleine Ihr Butterbrot zu essen. Gehen Sie mit Ihren Kollegen essen, oder
noch viel besser, mit einen Kunden oder einer Person, die Sie in Ihrem
Netzwerk haben möchten. Rufen Sie sich einem neu gewonnenen Kontakt
möglichst innerhalb von drei Tagen in Erinnerung. Sie sollten eine
Stunde täglich für Ihr Networking einplanen.
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